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Wie funktioniert das Bezahlmodell für App-Abos?

Frau surft am Handy
Bildquelle: iStock/filadendron

Nicht nur Streamingdienste, auch manche Spielepakete und Anwender-Software gibt es gegen eine monatliche Gebühr als Abo. Was sind die Vor- und Nachteile dieses Bezahlmodells? Was muss man beachten?

Lange Zeit waren vor allem zwei Modelle für die Bezahlung von Apps verbreitet: Entweder man kauft sich die Vollversion eines Spiels oder einer Anwender-Software zu einem Festpreis. Oder man lädt eine Gratisversion auf das Smartphone bzw. den PC herunter, bezahlt dann aber für einzelne Inhalte. Bei Spielen werden damit etwa weitere Charaktere oder Fähigkeiten freigeschaltet, bei Anwender-Software (zum Beispiel ein Videoschnittprogramm oder eine Datenbank) können es zusätzliche Funktionen sein. Dieses Modell wird „In-App-Käufe“ genannt.

Streamingdienste wie Spotify oder Netflix nutzen dagegen ein Abo-Modell. Gegen eine monatliche Gebühr erhält der Nutzer Zugang zu ausgewählten oder allen Inhalten der Plattform. Dieses Bezahlmodell wird zunehmend auch für andere Apps genutzt, etwa von Microsoft, das für Nutzer seines „Office 365“-Abos zusätzliche Services rund um die Software bereitstellt. Apple bietet mit „Apple Arcade“ seit Herbst 2019 den Zugriff auf ein Spielepaket per Abo, Google will mit einem „Google Play Pass“ nachziehen.

App-Abos: Vor- und Nachteile

Die Anbieter können bei einem Abo im Vergleich zu einem Einmalverkauf mit konstanten Einnahmen rechnen. Diese Planungssicherheit kann hilfreich sein, um die Programme weiterzuentwickeln, zum Beispiel neue Missionen für Spiele zu kreieren oder Fehlfunktionen mit sogenannten Bugfixes zu korrigieren.

Die Anwender erhalten auf diese Weise regelmäßig Updates, die die Programme auf dem neuesten Stand halten oder den Funktionsumfang erweitern. Der Kauf einer neuen App-Version oder eine Neuinstallation ist nicht nötig. Außerdem haben die Nutzer im Abo-Modell mehr Einfluss. Wenn ein Programm nicht mehr ihren Vorstellungen entspricht, können sie das Abo kündigen. Um die Abonnenten zu halten, müssen sich die Anbieter also stärker um die Wünsche der Kunden kümmern, als dies bei einem Einmalkauf der Fall wäre.

Allerdings besteht für Anwender die Gefahr, dass sie den Überblick über ihre Abos verlieren und für Programme zahlen, die sie schon längst nicht mehr nutzen. Teilweise ist der Abo-Zeitraum von vornherein länger als gewünscht. Oder das Abo läuft länger, als die App aktualisiert wird: Einige Anbieter stellen den Support für ihre Anwendungen ab einem bestimmten Zeitpunkt ein, Abos laufen aber trotzdem weiter bzw. werden verlängert. Zudem gibt es unseriöse Anbieter, die durch intransparente Geschäftsbedingungen Abos vermitteln, die nicht sofort als solche erkennbar sind.

App-Abos: Das sollte man beachten

Damit Kunden keine unerwünschten Abos abschließen und für App-Abos nicht mehr zahlen als nötig, raten Computerexperten wie die Redakteure des Schweizer Blogs Bluewin, die folgenden Hinweise zu beachten:

  • Lesen Sie vor der Entscheidung für eine App die Nutzerbewertungen. Hier können Sie unter Umständen sehen, ob jemand vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht hat oder unwissentlich und unbeabsichtigt ein Abo abgeschlossen hat. Wenige bis gar keine Nutzerbewertungen wiederum können ein Hinweis darauf sein, dass ein unseriöser Anbieter die App möglicherweise unter neuem Namen veröffentlicht hat, damit negative Nutzerkommentare nicht mehr bei der App angezeigt werden.
  • Lesen Sie vor dem Abschluss eines Abonnements die Bedingungen genau durch. Wie lang ist der Abo-Zeitraum, und zu welchem Zeitpunkt und auf welche Weise können Sie es kündigen? Bleibt der Preis gleich oder steigt er nach einer Probephase?
  • Beachten Sie, dass ein Abo in aller Regel auch dann fortbesteht, wenn Sie die App löschen. Informieren Sie sich bei Apple (für iOS) bzw. bei Google (für Android), wie Sie ein Abo ordnungsgemäß kündigen. Auch auf anderen Anbieter-Seiten können Sie fündig werden, etwa auf dieser für Office 365 von Microsoft.
Autor: Barclaycard
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