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Umweltfreundlich unterwegs: Tipps für den Autokauf

Junge Frau vor ihrem neuen Auto
Bildquelle: iStock/Rostislav_Sedlacek

Umweltfreundlichkeit spielt im Straßenverkehr eine zunehmend wichtige Rolle: Wer 2019 ein neues Auto kaufen möchte, kann daher bereits jetzt bestimmte Auswahlkriterien im Blick behalten – um auch in der Zukunft uneingeschränkt mobil zu bleiben. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Anfahren, bremsen, beschleunigen: Bei jedem dieser Manöver werden vermehrt Treibhausgase wie CO2 und Schadstoffe wie Stickoxide ausgestoßen, die die Umwelt belasten, so das Umweltbundesamt. Dabei sind Diesel-Pkw laut Experten die Hauptursache für die schlechte Luftqualität in den Städten.

Als Reaktion auf die steigende Luftverschmutzung gibt es in mehreren deutschen Orten bereits Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge: In Teilen Hamburgs und im Stadtgebiet Stuttgart (derzeit für Auswärtige, ab 1. April auch für Einwohner) gelten sie bereits. Doch auch in Mainz, Köln, Gelsenkirchen, Essen, Berlin, Bonn, Darmstadt und Frankfurt/Main sollen 2019 voraussichtlich Fahrverbote für Dieselfahrzeuge (mit Euro 4 bzw. 5 oder älter) in Kraft treten. Wer sein neues Auto also langfristig fahren möchte, kann schon bei der Auswahl vorsorgen.

Was können Verbraucher tun?

Das Umweltbundesamt empfiehlt Verbrauchern, „ein Auto mit einem möglichst geringen Kraftstoffverbrauch zu wählen“. Der Grund: Die CO2-Emissionen eines Autos und somit seine Umweltschädlichkeit sind direkt vom Kraftstoffverbrauch abhängig. Wählen Autokäufer einen Wagen, der möglichst wenig Benzin bzw. Diesel verbraucht, senkt das nicht nur die Tankkosten, sondern auch gleichzeitig die CO2-Emissionen.

Ein umweltfreundliches Auto finden: Die VCD Auto-Umweltliste 2018/2019

Orientierung beim Autokauf können sich Verbraucher beispielsweise beim Verkehrsclub Deutschland e.V., kurz VCD, holen. Der untersucht seit 1989 aktuelle Pkw-Modelle unter dem Aspekt der Umweltverträglichkeit und bewertet unter anderem Spritverbrauch, CO2-Emissionen, Lärmemission und den Schadstoffausstoß. Autos, die dabei gut abschneiden, also wenig verbrauchen und möglichst umweltverträglich sind, bekommen einen Platz auf der Positivliste.

Aktuell empfiehlt der VCD 61 Neuwagen, darunter:

  • 21 Benziner
  • 8 Benzin-Hybride
  • 22 Diesel-Modelle
  • 2 Plug-in-Hybride
  • 1 Erdgasfahrzeug
  • 7 reine Elektroautos

Dass sich die Anzahl der Elektroautos in Grenzen hält, liegt laut VCD daran, dass es bisher nur vergleichsweise wenige Modelle gibt und diese teilweise sehr lange Lieferzeiten haben.

Grundlage für die Prüfung des VCD ist das WLTP-Messverfahren (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicle Test Procedure, zu Deutsch: Weltweit Einheitliches Leichtfahrzeuge-Testverfahren). Es ist am 1. September 2018 in Kraft getreten und gilt seitdem als Zertifizierungsnorm für Neuwagen. WLTP gilt in puncto Angaben zum Verbrauch und zum CO2-Ausstoß neuer Modelle als realistischer als zuvor geltende Standards.

Übrigens: Der VCD warnt beim Neuwagenkauf vor Diesel-Fahrzeugen der Euro-6c-Norm oder älter. Der Grund: Sie stoßen sehr viel mehr Stickoxide aus, als es die aktuellen Grenzwerte erlauben. Auch diese Fahrzeuge könnten daher von künftigen Fahrverboten betroffen sein. Ähnliches gilt für Benzin-Direkteinspritzer, die keinen Partikelfilter haben.

Tipp: Das Portal „auto-motor-sport.de“ hat eine Liste von Herstellern veröffentlicht, die ausschließlich Diesel-Fahrzeuge der Euro-6d-TEMP-Norm anbieten. Diese sind laut ADAC wesentlich sauberer unterwegs als ältere Modelle. Auch daran können sich Verbraucher beim Autokauf orientieren.

Diese Autos empfiehlt der VCD

Auf der Liste des VCD finden sich dennoch auch einige Diesel-Pkws. Diese ausgewählten Modelle halten die aktuelle Abgasnorm Euro-6d-TEMP ein. Ebenfalls auf der Liste zu finden ist der Ford Focus 1.0 l EcoBoost. Dieser ist als Benzin-Direkteinspritzer mit einem Partikelfilter ausgestattet.

Unter anderem empfiehlt der VCD aber auch kleine Benziner. Modelle wie etwa der Citroën C1 sind auch ohne Direkteinspritzung sparsam. Einen noch geringeren CO2-Ausstoß als Benziner und weniger Kraftstoffverbrauch als Diesel haben beispielsweise Erdgasautos, so die Autoexperten. In der Auto-Umweltliste des VCD ist daher auch ein solches Modell vertreten: der VW eco up!.

Als sauber und dennoch langstreckentauglich schätzt der ökologische Verkehrsclub auch Benzin-Elektro-Hybride ein. Auf der Liste finden sich unter anderem Wagen von Toyota, Hyundai oder Kia.

Hierbei handelt es sich natürlich nur um einen Ausschnitt. Wenn Sie sich einen Überblick über alle empfohlenen Modelle verschaffen wollen, können Sie beim VCD den Download der vollständigen Liste anfordern.

Was ändert sich für Autofahrer 2019?

Wer 2019 einen neuen Wagen erwerben möchte, dürfte sich neben der Umweltverträglichkeit aktueller Modelle auch für diese Änderungen interessieren:

Elektroautos müssen hörbar sein

Ab dem 1. Juli 2019 wird das akustische Warnsignal AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System, zu Deutsch: Akustisches Fahrzeugwarnsystem) in allen neuen Hybrid-Elektro- und reinen Elektroautos installiert. Dieses Warnsystem ertönt bei einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Stundenkilometern automatisch und lässt sich manuell nicht abschalten. Diese Maßnahme hatte das Europäische Parlament zum Schutz von Fußgängern beschlossen.

Autos online an- und ummelden

Im Laufe des Jahres soll es möglich werden, Autos online an- und umzumelden. Voraussetzung ist der Besitz eines neuen elektronischen Personalausweises. Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits Ende 2018 einen entsprechenden Verordnungsentwurf bei Bundestag und Bundesrat eingereicht. Den Gang zur Zulassungsstelle können sich dann viele Autobesitzer sparen.

Autor: Barclaycard
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