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Hochschulabschluss statt Lehre: Das sind die Gehaltsunterschiede

Student mit Büchern
Bildquelle: iStock/alvarez

Erst Abitur, dann Studium – dieser Bildungsweg verspricht in der Regel gute Verdienstmöglichkeiten. Doch wie sehr lohnen sich die Studienjahre finanziell? Ein Blick in den Nationalen Bildungsbericht 2018 klärt auf.

Wie sich die Verdienste von Hochschulabsolventen und Nicht-Akademikern unterscheiden, hat eine Gruppe von Forschern unter der Leitung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) nun untersucht. Die Ergebnisse finden sich im Bericht „Bildung in Deutschland 2018“. Schwerpunkt des diesjährigen Bildungsberichts sind unter anderem die Einkommensperspektiven nach Schul-, Ausbildungs- und Hochschulabschluss.

Akademiker bekommen mehr Geld

Ein zentrales Ergebnis des Bildungsberichts 2018: Wer studiert hat, bekommt im Vergleich zu Nicht-Akademikern tatsächlich in der Regel mehr Geld. Mit einem Master oder höheren Uniabschluss (Diplom, Magister) liegt der monatliche Bruttoverdienst im Schnitt mehr als 1.700 Euro über dem eines (Fach-)Abiturienten oder eines Angestellten mit Berufsausbildung.

Das durchschnittliche Monatseinkommen von Bachelorabsolventen beträgt brutto immerhin rund 1.100 Euro mehr. Die Zahlen verdeutlichen: Je höher der Bildungsgrad, desto besser stehen meist auch die Chancen auf einen gut bezahlten Job.

Verdienst – auch eine Frage des Geschlechtes

Doch nicht nur in Bezug auf den Abschluss gibt es Einkommensunterschiede: Laut Bildungsbericht bestehen auch geschlechterspezifische Gehaltsdifferenzen. Während Männer mit Abitur, Fachabitur oder einer Berufsausbildung pro Monat im Schnitt etwa 2.800 Euro brutto verdienen, kommen Frauen mit vergleichbarem Bildungsstand monatlich auf lediglich gut 1.700 Euro. Grund dafür ist häufig der sogenannte „Motherhood pay gap“, sprich die Gehaltslücke, die sich durch Mutterschaft und Teilzeitarbeit nach der Geburt eines Kindes ergibt.

Prozentual betrachtet profitieren Frauen aber finanziell, sobald sie studieren – und dieser Faktor ist beim weiblichen Geschlecht entscheidender als bei den Männern, wie die Zahlen der Bildungsstudie deutlich machen: Demnach verdienen Männer mit Master oder einem vergleichbaren Abschluss rund 53 Prozent mehr als jene, die nach dem Abitur keine weitere Ausbildung gemacht haben. Bei den Frauen macht der Unterschied sogar gut 61 Prozent aus. Für Frauen zahlt sich ein höherer Bildungsabschluss demnach besonders aus.

Welche Rolle spielt die Fachrichtung im Studium?

Für den späteren Verdienst entscheidend ist neben Bildungsgrad und Geschlecht offenbar auch die Fachrichtung im Studium. Für die Bildungsstudie 2018 wurden dafür Absolventen zehn Jahre nach ihrem Studienabschluss zu ihrem Jahreseinkommen befragt. Die Ergebnisse:

  • Am besten verdienen Mediziner (Ø 102.000 Euro).
  • Ebenfalls lukrative Studienrichtungen sind: Ingenieurwissenschaften (Ø 61.400 – 67.900 Euro) und Wirtschaftswissenschaften (Ø 56.500 – 65.900 Euro)
  • Unter dem Verdienstschnitt liegen Sozial- und Geisteswissenschaftler (Ø 43.800 Euro).
Autor: Barclaycard
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