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Datenträger richtig und sicher entsorgen: So geht's

Karte zerschneiden
Bildquelle: iStock/AntonioGuillem

Die Krankenkasse schickt eine neue Versichertenkarte, das Smartphone wird ausgetauscht oder der Laptop hat ausgedient: Bei der Entsorgung geht es oft nicht nur um Umweltschutz – vor allem sollen andere Personen nicht an die gespeicherten Daten kommen. Wie Nutzer das verhindern können, erfahren Sie hier.

Chipkarten entsorgen: So geht's

Bevor eine Karte mit Chip (egal, ob es sich dabei um die Krankenversicherungskarte oder die Mitgliedskarte vom Fitnessstudio handelt) in die Abfalltonne wandert, sollte sie nicht mehr funktionsfähig sein. Das erreichen Besitzer beispielsweise, indem sie die Karte mit einer Schere einige Male durchschneiden und so Magnetstreifen und Chip in mehrere Teile trennen. Befindet sich auf der Karte eine Prüfnummer, sollten Sie auch diese unkenntlich machen, ebenso wie Ihren Namen.

Alternativ lässt sich auch ein Aktenvernichter benutzen, sofern er ein Schredder-Fach für CDs und Karten besitzt. Dabei werden Chip und aufgedruckte Daten gleichzeitig zerstört. Eine Ausnahme bilden Führerscheine und Personalausweise – in diesen Fällen entwertet die zuständige Behörde die Karte.

Sobald die Plastikkarte zerstört ist, sollte sie im Restmüll entsorgt werden, da sie aus mehreren Materialien (nicht nur aus Plastik) besteht. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Teilstücke auf mehrere Abfallbehälter verteilen.

Daten auf dem Smartphone löschen

Anfang des Jahres 2018 fand der Digitalverband Bitkom heraus: In deutschen Haushalten liegen über 120 Millionen alte und ungenutzte Mobiltelefone herum. Wer sich doch entschließt, seine Altgeräte zu entsorgen, sollte private Daten wie Adressbuch, Nutzerprofile oder Fotos vorab löschen, indem er das Smartphone in den Werks- beziehungsweise Auslieferungszustand zurückversetzt.

Gehen Sie dafür bei einem iOS-Gerät...

  • …in die Einstellungen. Klicken Sie auf Ihren Namen, scrollen Sie anschließend bis nach unten und tippen Sie auf „Abmelden“. Geben Sie Ihr Apple-ID-Passwort ein und tippen Sie auf „Deaktivieren“.
  • Kehren Sie zu den Einstellungen zurück und wählen Sie „Allgemein“ aus. Anschließend auf „Zurücksetzen“ und „Alle Inhalte & Einstellungen löschen“.
  • Möglicherweise werden Sie dazu aufgefordert, Ihren Gerätecode oder den Einschränkungscode einzugeben. Geben Sie ihn ein und klicken Sie dann auf „[Gerät] löschen“.

Bei einem Android-Smartphone ist das Vorgehen ähnlich, der Pfad kann sich von Hersteller zu Hersteller aber etwas unterscheiden. Klicken Sie in jedem Fall zunächst...

  • …in die Einstellungen.
  • Wählen Sie unter „Nutzer“ „Sichern & zurücksetzen“ aus.
  • Klicken Sie „Auf Werkszustand zurück“.
  • Tippen Sie auf „Telefon zurücksetzen“ und bestätigen Sie Ihre Auswahl.

Alte Smartphones loswerden – aber wie?

Auch ohne Daten: In den Hausmüll gehört das Smartphone nicht, egal, wie alt es ist. Denn es enthält in der Regel wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Silber oder Gold. Stattdessen kann es in einem Recyclinghof abgegeben werden. Aber auch Mobilfunkanbieter oder Elektrofachmärkte nehmen Altgeräte oft an.

Eine Alternative stellen Wohltätigkeitsorganisationen wie beispielsweise Handysfuerdieumwelt.de dar, die Handys sammeln und anschließend an Recyclingfirmen oder ins Ausland verkaufen.

SIM-Karte deaktivieren

Möchten Sie eine SIM-Karte nicht mehr benutzen, lässt sich diese meistens online oder telefonisch bei Ihrem Mobilfunkbetreiber sperren. Dafür können je nach Anbieter möglicherweise Kosten anfallen.

Mit der SIM-Karte wird jedoch nicht nur telefoniert – auch sie speichert im Laufe der Zeit eine Menge Daten. Somit gehört diese nicht einfach in den Müll: Wird die Karte mit einer Schere zerschnitten, ist sie, im Gegensatz zu einer Chipkarte, aber nicht immer entwertet. Effektiver ist das Schreddern in einem Aktenvernichter per Zerkleinerungsstufe E4-E5.

Festplatte überschreiben

Egal, ob PC oder Laptop – vor der Entsorgung sollten alle Daten gelöscht werden. Dabei genügt es in der Regel nicht, Fotos oder Textdokumente einfach in den Papierkorb zu schieben und diesen zu leeren. Mithilfe eines Wiederherstellungsprogramms lassen sie sich danach nämlich immer noch zurückholen. Die Lösung dafür ist, die Daten zu überschreiben.

Für das Überschreiben gibt es mittlerweile einige, auch kostenlose Tools wie beispielsweise den CCleaner. Bei modernen Geräten reicht meistens eine einfache oder mehrfache Überschreibung aus, um die Daten auf dem PC sicher zu löschen. Bei älteren Festplatten (< 80GB) sollten die Daten siebenfach überschrieben werden, rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Zusätzlich können Benutzer den Datenträger auch noch zerstören. Eine Möglichkeit ist beispielsweise auch hier das Schreddern mit einem industriell genutzten Aktenvernichter – suchen Sie einfach nach Anbietern in Ihrer Nähe.

Daten von USB-Sticks und Speicherkarten endgültig löschen

Bei USB-Sticks und Speicherkarten ist die Situation ähnlich wie bei der Festplatte: Die Daten einfach zu löschen, erweist sich hier oftmals nicht als ausreichend – sensible Dokumente, private Fotos und Videos verbleiben auf dem Datenträger, solange sie nicht überschrieben werden. Auch beim Formatieren wird nur, vereinfacht gesagt, das digitale Inhaltsverzeichnis entfernt. Daher raten beispielsweise die Experten des Magazins „GIGA“ dazu, spezielle Löschprogramme wie etwa Eraser zu benutzen.

  • Installieren Sie das Programm und starten Sie es.
  • Schließen Sie den USB-Stick oder gegebenenfalls die Micro-SD Karte (etwa mit einem Kartenleser) an den PC an.
  • Rufen Sie die verfügbaren Laufwerke auf und wählen Sie das entsprechende aus.
  • Beginnen Sie mit dem Löschvorgang.
Autor: Barclaycard
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