Familie & Freizeit

Schule schwänzen: Das kann finanzielle Konsequenzen haben

Drei Freunde zusammen
Bildquelle: iStock/AleksandarGeorgiev

Mathe, Physik, Sport: Beim Blick in den Stundenplan ziehen es manche Schüler vor, einfach den Unterricht zu schwänzen. Aber auch einige Eltern verlängern zwecks Urlaubsplanung schon mal eigenmächtig die Ferien ihrer Kinder. Welche Konsequenzen das möglicherweise haben kann, erfahren Sie hier.

Schule ist in Deutschland Pflicht

Nicht am Unterricht teilzunehmen, selbst wenn die Eltern es erlaubt haben, ist oftmals keine Bagatelle. In bestimmten Fällen kann zwar in Absprache mit der Schule eine Freistellung erwirkt werden, für eine Urlaubsverlängerung gilt dies aber nicht. Der Grund: In Deutschland besteht eine allgemeine Schulpflicht, die Kinder in der Regel ab dem sechsten Lebensjahr für neun bis zehn Jahre zum Besuch der Bildungseinrichtung verpflichtet. Kommt der Schüler dieser Verpflichtung nicht nach, drohen ihm und den Erziehungsberechtigten Konsequenzen.

Welche Folgen Schule schwänzen haben kann, hängt von zwei Faktoren ab:

  1. Wohnort des Schülers: Schulrecht ist Ländersache. Das heißt, die einzelnen Bundesländer regeln eigenverantwortlich, wie sie mit Verstößen gegen die Schulpflicht umgehen und diese sanktionieren.
  2. Art und Dauer des Fernbleibens: Während eine verpasste Stunde oft ohne Konsequenzen bleibt, werden Schulen bei längeren unentschuldigten Fehlzeiten aktiv, damit der Schulverweigerer wieder am Unterricht teilnimmt.

Welche Folgen kann Schule schwänzen haben?

In der Regel suchen Schulen zunächst intern nach einer Lösung des Problems. Der erste Schritt ist oftmals die Benachrichtigung der Erziehungsberechtigten. Bleibt die Einbeziehung der Eltern ohne den gewünschten Effekt, können weitere Schritte eingeleitet werden. Einige Schulen verlangen etwa, dass Schüler den verpassten Unterricht nachholen.

Bringen pädagogische Maßnahmen keinen Erfolg, kann die Schule etwa einen schriftlichen Verweis androhen oder diesen sogar beschließen. Auch das Jugendamt oder eine andere zuständige Behörde können eingeschaltet werden. In diesem Fall drohen Eltern Verwarn- oder Bußgelder, wenn sie nichts dagegen tun, dass ihr Kind die Schule schwänzt. Die genaue Höhe der Bußgelder legen Städte und Kommunen anhand der Schulgesetze der jeweiligen Bundesländer selber fest, sodass diese von Ort zu Ort unterschiedlich hoch ausfallen können.

Urlaubsverlängerung kann teuer werden

Bei den sogenannten „Flunkerferien” schreiben Eltern ihren Kindern für die letzten oder ersten Schultage eine Entschuldigung. Mögliche Motive: Familien wollen so dem drohenden Verkehrschaos zu Ferienbeginn oder -ende entgehen oder ein günstigeres Urlaubsangebot nutzen. Doch ohne Genehmigung der Schule ist es nicht erlaubt, den Urlaub zu verlängern. 

Die Polizei hält deshalb an Flughäfen unter Umständen sogar gezielt Ausschau nach Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter. So erwischte die Polizei an bayerischen Flughäfen beispielsweise vor Beginn der Pfingstferien 2018 rund 20 Familien mit potenziellen Schulschwänzern. Auch in diesem Fall drohten den Eltern Buß- oder Verwarngelder.

Autor: Barclaycard
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