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Kindergeld, Kinderfreibetrag & Co.: Familienleistungen vom Staat

Familie auf dem Rummel
Bildquelle: iStock/amriphoto

Wer Kinder hat, kann in Deutschland finanzielle Leistungen in Anspruch nehmen. Einige davon erhalten alle Eltern, andere sind hingegen an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Welche das sind und worin die Unterschiede von Kindergeld, Kinderfreibetrag undKinderzuschlag liegen, erfahren Sie hier.

Wer bekommt Kindergeld?

Kindergeld können alle berechtigten Eltern erhalten. Als Eltern gelten dabei nicht nur Mutter und Vater, sondern Erziehungsberechtigte allgemein. Dies können unter Umständen auch Stief-, Adoptiv-, Groß- oder Pflegeeltern sein. Ein entsprechender Antrag lässt sich bereits online ausfüllen und anschließend bei der zuständigen Familienkasse einreichen. Ausgezahlt wird das Kindergeld aber immer nur an eine einzige Person: Bei getrennt lebenden Elternpaaren erhält derjenige, in dessen Haushalt das Kind dauerhaft lebt, die staatliche Leistung. Das sieht das sogenannte Obhutsprinzip vor.

Wie hoch fällt das Kindergeld aus und wie lange besteht Anspruch darauf?

Die Höhe des Kindergeldes ist gestaffelt und somit unabhängig vom Einkommen der Eltern: Für die ersten beiden Kinder gibt es seit dem 1. Januar 2018 je 194 Euro, für das dritte Kind 200 Euro und für jedes weitere 225 Euro pro Monat.

Kindergeldanspruch haben Eltern bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ihres Kindes. Darüber hinaus erhalten sie die staatliche Leistung unter anderem weiter,

  • …wenn sich das Kind danach in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet (bis zum vollendeten 25. Lebensjahr).
  • …wenn das Kind ohne Ausbildungsplatz ist (bis zum vollendeten 25. Lebensjahr).
  • …wenn das Kind ohne Arbeitsplatz ist (bis zum vollendeten 21. Lebensjahr).
  • …wenn das Kind eine Behinderung hat und dadurch erwerbsunfähig ist (zeitlich unbegrenzt, sofern die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist).

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Eine Persönliche Beratung zum Kindergeld bieten die zuständigen Familienkassen.

Was verbirgt sich hinter dem Kinderfreibetrag?

In Deutschland gilt: Eltern erhalten entweder Kindergeld oder sie können den sogenannten Kinderfreibetrag in Anspruch nehmen. Dabei handelt es sich um eine partielle Steuerfreistellung des Einkommens. Eltern wird damit die Möglichkeit gegeben, einen Teil ihres Verdienstes unversteuert ausgezahlt zu bekommen.

Der Kinderfreibetrag liegt seit Januar 2018 bei 4.788 Euro. Darüber hinaus gibt es noch einen Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf der Kinder in Höhe von 2.640 Euro. Sind Eltern verheiratet und werden zusammen veranlagt, werden ab 2018 demnach Freibeträge für Kinder in Höhe von insgesamt 7.428 Euro pro Jahr und Familie berücksichtigt. Er gilt – wie das Kindergeld – bis zur Volljährigkeit des Kindes und kann beispielsweise durch dessen Ausbildungszeiten oder Arbeitslosigkeit verlängert werden.

Kinderfreibetrag: So funktioniert’s

Hilfe bei der Entscheidung zwischen Kindergeld oder Kinderfreibetrag kann möglicherweise der Blick auf das Einkommen der Eltern bieten. Laut BMFSFJ profitieren beispielsweise Erziehungsberechtigte mit einem Brutto-Jahreseinkommen von

  • etwa 33.500 Euro oder mehr (bei Alleinstehenden) oder
  • etwa 63.500 Euro (bei Verheirateten)

von dem Kinderfreibetrag mehr als vom Kindergeld. Für sie fällt die steuerliche Entlastung durch den Freibetrag dann nämlich höher aus. Was im Einzelfall günstiger ist, prüft das Finanzamt im Rahmen der jährlichen Einkommensteuerveranlagung. Die sogenannte Günstigerprüfung erfolgt automatisch und muss nicht beantragt werden.

Wer hat einen Anspruch auf Kinderzuschlag?

Im Gegensatz zum Kindergeld und Kinderfreibetrag handelt es sich beim Kinderzuschlag um eine Sozialleistung, die von Einkommen und Vermögen abhängig ist. Anspruch darauf haben nur Familien, deren monatliches Bruttoeinkommen mindestens 900 Euro (Elternpaare) oder 600 Euro (Alleinerziehende) beträgt. Der Grund für die Mindesteinkommensgrenze: Mittels Kinderzuschlags sollen Familien mit geringem Einkommen soweit unterstützt werden, dass sie kein Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II beantragen müssen, um die Bedürfnisse der Kinder zu decken. Ob ihnen der Zuschlag zusteht, können sie in wenigen Schritten mit Hilfe des Kinderzuschlags-Checks ermitteln. Eine persönliche Beratung bieten die zuständigen Familienkassen an.

 Die Voraussetzungen für den Kinderzuschlag laut BMFSFJ im Überblick:

  • Anspruch auf Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung
  • Das monatliche Bruttoeinkommen liegt bei mindestens 900 Euro (Elternpaare) bzw. 600 Euro (Alleinerziehende).
  • Das monatliche Bruttoeinkommen übersteigt die Höchsteinkommensgrenze nicht (wird individuell für jede Familie berechnet).
  • Familieneinkommen, beantragter Kinderzuschlag und eventuelles Wohngeld sichern das monatliche Auskommen (sodass kein Anspruch auf Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II besteht).

Seit Januar 2017 beträgt der Kinderzuschlag monatlich maximal 170 Euro pro Kind und kann bei der zuständigen Familienkasse mit einem entsprechenden Vordruck und den dazugehörigen Unterlagen beantragt werden. Er gilt für unverheiratete Kinder unter 25 Jahren, die im Haushalt der Eltern leben, und wird in der Regel für sechs Monate bewilligt. Besteht nach dem halben Jahr noch immer Unterstützungsbedarf, kann ein neuer Antrag gestellt werden.

Weitere Informationen finden zum Kinderzuschlag finden Sie auch hier.

Autor: Barclaycard
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