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Nachhaltige Geldanlagen: Kann man ökologisch-ethisch investieren?

Drei Personen am Tablet
Bildquelle: Barclaycard

Manche Geldanlagen richten sich speziell an Anleger, die nicht nur auf Rendite Wert legen, sondern ihr Engagement mit einem ethischen Anspruch verbinden. Was hinter solchen nachhaltigen Investmentformen steckt, erfahren Sie hier.

Was versteht man unter nachhaltigen Geldanlagen?

Auch wenn der Ausdruck es vermuten lässt: Bei einer nachhaltigen Geldanlage ist es nicht das Investment, das besonders nachhaltig für Rendite sorgen soll. Stattdessen versteht man unter diesem Begriff ein Engagement bei Unternehmen, deren Geschäftsfeld als besonders ethisch, sozial oder ökologisch korrekt gilt.

Investmentfonds, die eine nachhaltige Geldanlage anbieten, nehmen in der Regel nur Aktien von Unternehmen in die Auswahl, die diesen Grundsätzen nachkommen. Einheitlich geregelt sind die Kriterien dabei allerdings nicht. Entsprechend unterschiedlich sind die Portfolios zusammengesetzt, wie eine gemeinsame Untersuchung der Verbraucherzentrale Bremen und der Stiftung Warentest zeigt.

Welche Kriterien sind maßgebend für ein nachhaltiges Wirtschaften?

Auch wenn es keinen allgemeingültigen Standard für nachhaltiges Wirtschaften gibt, so hat sich doch ein Begriff für die Aspekte etabliert, die dabei als Wertemaßstab dienen sollen. Diese Aspekte werden unter der Abkürzung “ESG” zusammengefasst. ESG steht für die drei englischen Begriffe Environment, Social und Governance (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung), erklärt unter anderem die Industrie- und Handelskammer Nürnberg.

Der Begriff Umwelt bezieht sich auf die ökologischen Auswirkungen des unternehmerischen Handelns. Dabei könnten die Investmentfonds als Kriterium für die Aufnahme in das eigene Portfolio beispielsweise berücksichtigen, ob Unternehmen nach den Prinzipien der Umweltmanagementnorm ISO 14001 arbeiten.

Weitere mögliche Kriterien listet die KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau auf. Sie wurden von der Institutional Shareholder Services Inc. entwickelt. Demnach könnten beim Aspekt Umwelt unter anderem auch die Punkte Energiemanagement, CO2-Bilanz und Abfall herangezogen werden.

Für den Bereich Soziales könnten unter anderem die Kriterien Menschenrechte, Gesundheit und Sicherheit sowie die sozialen Auswirkungen des Produktportfolios eine Rolle spielen.

Zum Bereich Governance zählen die Entwickler beispielsweise die Unternehmensethik, die Verhinderung von Korruption sowie die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats.

Welche Möglichkeiten für eine nachhaltige Geldanlage gibt es?

Für ein Engagement in Unternehmen, die nach ESG-Kriterien wirtschaften, kommen drei Anlageformen infrage:

  • Aktien: Hierbei kaufen Sie gezielt Anteile von Unternehmen, die nach Ihrer Auffassung einen sozial-ethischen Anspruch erfüllen.
  • Aktienfonds: Hier investieren Sie in einen Fonds, der nach eigenen Kriterien Aktien verschiedener Unternehmen kauft und verkauft. Einen Überblick über verschiedene Fonds und ihre Kriterien verschafft Ihnen zum Beispiel diese Liste des Verbraucherzentrale-Bundesverbands.
  • Aktienindizes: Ein Aktienindex spiegelt die Entwicklung von Aktien wider, die nach bestimmten Kriterien in dem Index zusammengefasst sind. So gibt es auch Indizes, die ausschließlich ESG-orientierte Unternehmen aufnehmen. Manche Aktienfonds wiederum orientieren sich bei ihrem Portfolio an einem dieser Indizes.
Autor: Barclaycard
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