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RFID- & NFC-Technologie: Kontaktlose Alltagshelfer

RFIDundNFC bezahlen
Bildquelle: iStock/jacoblund

Ob mit Bankkarte, Reisepass oder Smartphone – kontaktloser Datenaustausch ist dank drahtloser Kommunikationstechnologien wie RFID oder NFC inzwischen vielfach möglich. Doch wie funktioniert das und bei welchen Gadgets kommen die Systeme außerdem zum Einsatz?

 

Was ist eigentlich RFID?

 

Personalausweise, die seit dem 1. November 2010 ausgestellt werden, besitzen ihn alle: einen RFID-Chip. Die Technologie (englisch: Radio-Frequency Identification) wird dabei vor allem zum Auslesen von gespeicherten Identifikationsdaten benutzt. Das System besteht in der Regel aus einem Datenträger (genannt Transponder oder Tag) und einem Lesegerät. Letzteres strahlt per Antenne schwache elektromagnetische Wellen aus. Kommt ein Transponder in deren Reichweite (diese kann zwischen wenigen Zentimetern und mehreren Metern betragen), werden Daten direkt kontaktlos ausgetauscht.

 

So unterscheiden sich RFID und NFC

 

Ähnlich verhält es sich bei der sogenannten NFC-Technik (Near Field Communication). Die Nahfeldkommunikation basiert auf den RFID-Standards und ist hauptsächlich in Smartphones und Kreditkarten zu finden. Dank dieser Funkwellen können Verbraucher kontaktlos bezahlen, indem sie Kreditkarte oder Handy an das Lesegerät halten. In welchen Geschäften das schon möglich ist, erkennen Sie unter anderem am „kontaktlos“-Symbol.

Der Unterschied zu RFID: Ein NFC-Gerät kann nicht nur als Lesegerät, sondern gleichzeitig auch als Datenträger fungieren. Die Funktechnik stellt eine Alternative zu drahtlosen Standards wie WLAN oder Bluetooth dar. Benutzer haben via NFC die Möglichkeit, Kontakte, Bilder oder Zahlungsinformationen berührungslos etwa von einem Handy aufs andere zu übertragen. Die Reichweite fällt recht kurz aus – zum Datenaustausch müssen sich die NFC-fähigen Geräte in unmittelbarer Nähe befinden.

 

Technik, die unter die Haut geht

 

Inzwischen erobern RFID und NFC aber auch neue Bereiche, beispielsweise im sogenannten Biohacking. Der Begriff bezeichnet zahlreiche Optimierungsmaßnahmen am eigenen Körper – von der Tasse Kaffee am Morgen bis zur smarten Brille mit Lichtfilter, die für entspannten Schlaf sorgen soll. Eine einheitliche Definition gibt es bislang noch nicht, aber auch elektronische Maßnahmen fallen darunter: Reiskorngroße RFID-Implantate werden schon seit Langem bei Haus- oder Nutztieren eingesetzt, um darin Daten wie etwa die Identnummer oder Informationen zur Futterart und -menge festzuhalten. Nun können sich auch Menschen RFID- oder NFC-Chips implantieren lassen.

 

Diese können beispielsweise als Zutrittskontrolle an entsprechend optimierten Türen dienen. Ein Schlüssel wäre in dem Fall nicht mehr nötig. Zusätzlich lassen sich Passwörter oder medizinische Notfallinformationen darauf festhalten und quasi unsichtbar immer unter der Haut tragen. Bislang wird diese Funktion aber nur selten genutzt.

 

Smarte Alltagshelfer am Handgelenk

 

Wer die kontaktlosen Funktionen lieber temporär nutzen möchte, kann dagegen ein NFC-Armband – zum Beispiel als digitale Visitenkarte – ausprobieren. Das Armband besteht je nach Anbieter aus Silikon, Stoff oder sogar Papier und ist in der Regel mit einem Chip versehen, der mit einem NFC-fähigen Smartphone kompatibel ist.

 

Statt beispielsweise die Telefonnummer eines neuen Kontakts per Hand einzutippen, berühren Sie mit Ihrem Armband einfach das Smartphone des Gegenübers und die Daten werden automatisch im Adressbuch gespeichert. Außerdem lassen sich in Verbindung mit Apps wie beispielsweise NFC Profil oder NFC Reader for iPhone per Touch einfache Einstellungen am eigenen Smartphone vornehmen.

 

Risiken und Nebenwirkungen

Ob RFID oder NFC: Beide Varianten arbeiten mit den Daten ihrer Benutzer. Ein spannendes Thema – gerade in Zeiten, in denen Datenschutz immer wichtiger wird. Denn die Technologien haben, bei aller Nützlichkeit, natürlich auch Risiken. Der effektivste Schutz dagegen ist ein RFID-Blocker. Diese Folie verhindert das Auslesen des Funksignals vom Chip – und ist dabei so handlich, dass sie sich problemlos im Portemonnaie verstauen lässt.

 

 

Autor: Barclaycard
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