Shopping & Bezahlen

Bargeldlos in die Zukunft? Vorteile für Kunden und Händler

Kontaktlos Bezahlen
Bildquelle: Barclaycard

Schweden ist Vorreiter beim bargeldlosen Zahlungsverkehr und will bis 2023 komplett auf Bargeld verzichten. Schon jetzt liegen dort Zahlungen mit Scheinen und Münzen unter 20 Prozent. Fast alles wird per Kreditkarte oder Smartphone bezahlt. In Deutschland ticken die Uhren zwar langsamer, aber auch hier ist die Kartenzahlung auf dem Vormarsch.

In Deutschland immer beliebter: die Kreditkarte

Studien prognostizieren, dass bereits 2025 die Kreditkarte in Deutschland das finanzstärkste Zahlungsmittel im stationären Handel sein wird. Zahlungen mit Kreditkarten gelten als sicher, unkompliziert und schnell. Insbesondere, wenn man kontaktlos bezahlt. Dabei hält man die Kreditkarte lediglich ans Kartenlesegerät. Ein kurzer Signalton bestätigt die Zahlung. Bis zu 25 Euro kann man so ohne PIN oder Unterschrift zahlen – überall dort, wo man ein „kontaktlos“-Symbol sieht. Und wenn aus dem Heißgetränk spontan ein ausgedehnter Shoppingtrip wird, hat man mit der Kreditkarte immer zusätzlichen finanziellen Spielraum in der Tasche.

Auch Kleinstbeträge mit Karte zahlen

Auch für kleinere Einkäufe wie den Snack im Café oder die Zeitschrift am Kiosk möchten bereits heute rund ein Drittel der Kunden lieber ihre Karte zücken, als nach Bargeld zu kramen. Ebenso viele haben sogar schon mal das Restaurant oder Café gewechselt, weil man dort nicht mit Karte zahlen konnte.

Daraus haben einige Unternehmen, wie zum Beispiel die Public Coffee Roasters in Hamburg, schon Konsequenzen gezogen und bieten ausschließlich bargeldloses Bezahlen an. „Auch für Besucher aus dem Ausland ist das praktisch: Sie müssen für unseren Kaffee nicht extra Geld wechseln und können einfach mit ihrer Kreditkarte zahlen“, so Argin Keshishian, der mit seinem Bruder Arameh die Kaffeespezialitätenrösterei gegründet hat. Ein weiterer Vorteil der Kreditkarte: Bei vielen kleinen Zahlungen behält man dank der Online-Kontoübersicht den Überblick.

Unternehmen sparen Zeit – und arbeiten transparenter

Die Public Coffee Roasters haben noch weitere gute Gründe für den Verzicht auf Scheine und Münzen: „Die Abrechnung jeden Abend und die Unterlagen fürs Finanzamt sind schnell erledigt – eine große Zeitersparnis. Außerdem läuft bei uns alles völlig transparent ab.“ Das ist den Keshishians besonders wichtig, denn Schwarzgeld ist noch immer ein Thema in der Branche – außer bei den Public Coffee Roasters, wie Argin Keshishian betont. „Von dieser vollkommenen Transparenz profitieren die Mitarbeiter, das Unternehmen und letztlich sogar die Gesellschaft.“

„Alles, was du bei uns brauchst, ist deine Karte“

Argin Keshishian, Mitinhaber der Public Coffee Roasters, über die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, das erste bargeldlose Café Deutschlands zu eröffnen?

Grundsätzlich haben wir einen sehr innovativen Ansatz bei allem, was wir tun, ob bei der Gestaltung unserer Läden oder der Transparenz in der Kaffeerösterei. Die Initialzündung war aber ein Erlebnis in Amsterdam. Dort wollte ich ein Brötchen mit Bargeld kaufen. Und der Bäcker fragte mich, ob ich mit Karte zahlen wollte – 20 Cent mit Kreditkarte! In den Niederlanden ist das ganz normal. Darüber haben mein Bruder und ich die ganze Heimfahrt lang gesprochen.

Welche Karten akzeptiert ihr?

Wir akzeptieren alles: EC-, Kreditkarten, PayPal. Wir haben auch eine Public Family Card, die man mit einem Guthaben aufladen kann – natürlich bargeldlos.

Wo liegen die Vorteile für eure Gäste?

Bei uns musst du als Gast kein Bargeld mit dir herumschleppen. Und natürlich bist du sehr viel flexibler. Du musst dich nicht fragen: Hab ich genug Geld dabei? Muss ich noch zum Automaten oder zur Bank? Alles, was du brauchst, ist deine Karte. Damit sparst du eine Menge Zeit. Und hast einen viel besseren Überblick über deine Ausgaben.

Gibt es auch Gäste, die lieber mit Bargeld bezahlen würden?

Ja, die gibt’s auch. Aber nur sehr wenige. Wir erklären denjenigen dann immer, warum wir das machen. Und die allermeisten finden unseren Ansatz sehr spannend und haben kein Problem damit.

Was hat sich durch das bargeldlose Bezahlen für euch verändert?

Wir haben unglaublich viel Aufmerksamkeit bekommen. Die Leute sind einfach neugierig und wollen uns kennenlernen. Das Wichtigste für uns ist aber die Zeitersparnis. Jeder Mitarbeiter brauchte früher eine halbe Stunde fürs Geldzählen und Abwickeln. Das ist vorbei, weil wir jetzt alles digital erfassen. Dadurch haben wir mehr Zeit für unsere Gäste und die Kasse stimmt immer ganz genau, weil sich niemand mehr verrechnet oder vertippt. Und hygienischer ist Kartenzahlung natürlich auch noch.

Gibt’s in deinem Portemonnaie überhaupt noch Bargeld?

Nein, ich habe tatsächlich kein Bargeld mehr. Wenn ich irgendwo nicht mit Karte zahlen kann, gehe ich da nicht wieder hin. Das ist für mich wie voriges Jahrhundert, ein No-Go heutzutage.

Habt ihr mit eurer Idee des bargeldlosen Bezahlens schon Nachahmer gefunden?

Ich habe sehr viele Anfragen. Mich rufen alle zwei Wochen Leute an, die das auch in ihren Geschäften machen wollen. Das Interesse ist groß und wird immer größer.

Deine Prognose: Wie wird sich das bargeldlose Bezahlen in Deutschland weiterentwickeln?

Fakt ist, dass sich die ganze Welt in Richtung des bargeldlosen Bezahlens entwickelt. Und ich bin mir sicher, dass das auch in Deutschland in maximal zehn bis 15 Jahren ganz selbstverständlich sein wird.

Argin Keshishian, vielen Dank für das Gespräch.

Autor: Barclaycard
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