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Besser einkaufen: EU stärkt Kundenrechte

Online-Shopping
Bildquelle: iStock/LDProd

Die EU will das Einkaufen insbesondere im Internet für Verbraucher einfacher und sicherer gestalten. Während es bislang noch vielfache Unterschiede zwischen Online- und stationärem Handel gab, werden diese nun angeglichen. Somit soll der Verbraucherschutz gerade bei grenzüberschreitendem Internetshopping innerhalb der EU gestärkt werden.

Waren Kunden mit gekauften Produkten unzufrieden oder erwiesen sich diese als fehlerhaft, gab es innerhalb der Europäischen Union bislang kein einheitliches Verfahren. Je nach Land und je nach Vertriebsweg (stationär oder online), gab es Unterschiede, etwa was den Anspruch auf Reparatur oder Ersatz anging, ebenso wie die Dauer des Zeitraums, in dem diese Rechte Bestand hatten.

Unterhändler des Europaparlaments, der EU-Staaten und der EU-Kommission haben daher im Januar vorläufig vereinbarte Regeln erstellt, die nicht nur EU-weit gelten sollen, sondern auch Online- und Offline-Käufe in Sachen Verbraucherschutz weitestgehend gleichsetzen.

Neue Regeln beim Online-Shopping

Verbraucher sollen innerhalb der EU künftig ähnliche Rechte haben wie im stationären Handel. Aber was bedeutet das im Alltag? Stellen Sie sich vor: Sie kaufen online beispielsweise ein Elektrogerät, merken dann aber, dass es nicht korrekt funktioniert oder anders aussieht als in der Werbung angepriesen. Die Verbraucherrechte hinsichtlich Reparatur, Ersatz oder Rückerstattung sollen beispielsweise in solchen Fällen gestärkt und denen des Kaufs „vor Ort“ angeglichen werden.

Regelungen bei digitalen Komponenten

Verfügen die gekauften Waren über eine digitale Komponente wie beispielsweise ein Smart-TV, Handys oder digitale Uhren, gelten diese Richtlinien auch für diese. Eine Besonderheit: Der Verkäufer muss dafür Aktualisierungen in einem Zeitraum zur Verfügung stellen, den der Kunde „je nach Art und Zweck des Produkts vernünftigerweise erwarten kann“. In einigen Fällen kann aber auch ein bestimmter Zeitraum festgelegt werden.

Niculae Bădălău, Wirtschaftsminister Rumäniens, erklärte in einer Pressemeldung der EU dazu: „Mit diesen Vorschriften wird sichergestellt, dass alle europäischen Verbraucher Anspruch auf Abhilfe beim Erwerb von Waren – auch von komplexen Waren wie beispielsweise Smartwatches – oder bei Cloud-Diensten, Antivirenprogrammen oder E-Books haben, die gegen Bezahlung oder im Austausch mit personenbezogenen Daten heruntergeladen werden.“

Ebenfalls geplant: einheitliche Rechte für den Erwerb von digitalen Inhalten wie etwa Downloads oder Musik-Streaming. Sollten diese nicht wie vorgesehen funktionieren, wird den Anbietern die Möglichkeit eingeräumt, das Problem zu beheben – bevor der entsprechende Vertrag gekündigt werden kann.

Wann treten die Bestimmungen in Kraft?

Die neuen Richtlinien sollen voraussichtlich noch vor Ende der Legislaturperiode des Europäischen Parlaments (Mai 2019) förmlich durch das Europäische Parlament und den Europäischen Rat angenommen werden und treten 20 Tage nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft. Danach sind die Richtlinien binnen einer Frist von 2 Jahren in nationales Recht umzusetzen.

Autor: Barclaycard
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