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Die Deutschen und ihr Dispo: Was gegen hohe Zinsen hilft

Frau am Schreibtisch
Bildquelle: iStock/Tempura

Weihnachtsgeschenke, Silvester-Kurztrips und dann kommen im Januar noch Kfz-Steuer und -Versicherung hinzu: Zum Jahresanfang können sich Rechnungen häufen – viele Deutsche greifen dann auf Ihren Dispo-Kredit zurück. Doch das kann auf die Dauer teuer werden. Welche kostengünstige Alternative es gibt, erfahren Sie hier.

18 Millionen Deutsche nutzten zu Anfang des Jahres ihren Dispo: Zu diesem Ergebnis kamen zwei repräsentative Online-Umfragen des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Vergleichsportals Smava. An den Befragungen nahmen insgesamt 4.085 Personen teil.

Der Dispositionskredit: Das steckt dahinter

Bei einem Girokonto räumen ihn Banken ihren Kunden oft ein: den Dispo. Sein Rahmen wird vorab festgelegt – basierend auf Kriterien wie unter anderem der Kreditwürdigkeit oder den regelmäßigen Zahlungseingängen auf dem Konto. Innerhalb dieser Kreditlinie dürfen Verbraucher dann mit ihrem Konto ins Minus rutschen, und zwar ohne dafür einen extra Kreditantrag zu stellen.

Gedacht ist dieses Konzept zur Überbrückung kurzzeitiger Engpässe, etwa wenn eine unerwartete größere Zahlung abgeht oder sich das Gehalt verspätet. Bei den 18 Millionen Deutschen, die im Januar 2019 ihren Dispokredit nutzten, sollen laut Smava-Umfrage insbesondere die zusätzlichen Ausgaben während der Feiertage sowie die Rechnungen, die generell Anfang des Jahres fällig werden, die Finanzengpässe verursacht haben.

Der Dispo: Darauf sollten Verbraucher achten

Doch die Überziehung des Kontos kann laut den Experten von Smava einige Risiken bergen: So wussten nur fünf Prozent der Umfrageteilnehmer, wie hoch die Zinsen für das geliehene Geld waren.

Die Stiftung Warentest kam 2018 in einer Untersuchung von über 1.300 Banken und Sparkassen zu dem Schluss, dass Kunden im Durchschnitt mit 9,72 Prozent Zinsen, manchmal sogar noch mehr, für die Überziehung ihres Kontos rechnen müssen. Im Vergleich zu anderen Kreditformen schätzt die Verbraucherorganisation den Dispokredit daher als „extrem teuer“ ein.

Um die Kosten für die Disponutzung abschätzen zu können, sollten Sie den Dispozins kennen. Banken sind gesetzlich verpflichtet, ihn anzugeben. Manchmal kann allerdings ein wenig Recherchearbeit nötig sein, um diese Information zu finden.

Die größere Herausforderung für Verbraucher liegt aber darin, den Dispo zeitnah wieder auszugleichen. Denn Dispokredite sind nicht wie herkömmliche Ratenkredite an eine geregelte Rückzahlung gebunden. Es gibt keine festen monatlichen Raten. Stattdessen liegt es in der Hand des Verbrauchers, wann und wie er sein Konto ausgleicht. Für jeden Tag, den das Konto in den roten Zahlen ist, fallen Dispozinsen an. Und die werden direkt abgebucht, sodass das Konto weiter ins Minus rutscht und damit immer höhere Zinskosten anfallen.

Laut der Online-Umfragen gingen im Januar 2019 6,9 Millionen aktive Dispo-Nutzer davon aus, dass ihnen ein Kontoausgleich innerhalb des laufenden Monats nicht gelingen würde. Handelt es sich dabei lediglich um einen kurzfristigen Zustand, fallen die hohen Dispozinsen in der Regel noch überschaubar aus. Lassen sich Verbraucher mit der Rückzahlung aber Zeit, können sie Smava zufolge in eine „teure Dauerverschuldung“ geraten. Wird es nicht zeitnah ausgeglichen, könnten die Auswirkungen noch bis Ostern oder weit darüber hinaus spürbar sein.

Wichtig: Bei einigen Kreditinstituten ist es zudem möglich, Summen in Anspruch zu nehmen, die über den vereinbarten Disporahmen hinausgehen. Dafür fallen dann bei manchen Banken die noch höheren Überziehungszinsen an.

Die Alternative zu Dispokrediten: Ratenkredite

Wer zusätzliches Kapital benötigt, hohe Zinsen dabei aber umgehen möchte, kann laut den Experten von Stiftung Warentest einen Ratenkredit (auch unter den Bezeichnungen Konsumkredit, Anschaffungsdarlehen oder Verbraucherdarlehen bekannt) nutzen. Gehen Verbraucher davon aus, dass sie das benötigte Geld nicht kurzfristig zurückzahlen werden, fallen damit weniger Zinskosten an. Denn der Zinssatz fällt in der Regel sehr viel niedriger aus als beim Dispo.

Bei einem solchen Kredit zahlt die Bank den Betrag zunächst an den Kunden aus und legt gleichzeitig einen Tilgungsplan fest. Das heißt: Sie legen gemeinsam mit der Bank eine monatliche Rate fest, die in Ihr Budget passt. Darin enthalten sind Zinsen, die Rückzahlungsrate für den Kredit und eventuell anfallende Gebühren. Außerdem wird festgelegt, über welchen Zeitraum die Kreditraten zurückgezahlt werden. Je länger diese Kreditlaufzeit angesetzt wird, desto niedriger fällt die monatliche Rate aus.

Für Bankkunden ist somit von Anfang an klar, welche Zinskosten für das geliehene Geld anfallen und welche monatliche Rate sie einplanen müssen. Die Notwendigkeit, das Konto möglichst schnell wieder auszugleichen, entfällt. Anbieter wie etwa Barclaycard räumen ihren Kunden unter anderem die Möglichkeit einer kostenlosen Sondertilgung ein. Somit lässt sich Rate oder Laufzeit sogar reduzieren.

Autor: Barclaycard
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