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Finanzen 2020: Was ändert sich im neuen Jahr?

Jahreswechsel von 2019 zu 2020
Bildquelle: iStock/Fokusiert

Neues Jahr, neue Gesetze zu Steuern, Abgaben und Co. Welche Änderungen können sich auf Ihren Geldbeutel auswirken? Wo können Sie etwas sparen, wo muss man etwas tiefer in die Tasche greifen? Das zeigt unsere Übersicht.

Neue Mindestgrenzen und Freibeträge

Bei vielen Gesetzen werden die finanziellen Vorgaben angepasst. Im Portemonnaie oder auf dem Konto dürfte dadurch in den meisten Fällen etwas mehr übrig bleiben.

  • Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer steigt von 9.168 Euro auf 9.408 Euro jährlich (für Ledige – bei gemeinsam veranlagten Ehe- und Lebenspartnern gilt der doppelte Betrag).
  • Das Kindergeld ist bereits im Juli 2019 um monatlich zehn Euro je Kind gestiegen. Ab 2020 wird das Existenzminimum für Kinder erhöht, dadurch steigt gegebenenfalls auch der Unterhaltsvorschuss. Weitere Erhöhungen gibt es beim Kinderzuschlag und den Kinderfreibeträgen.
  • Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar um 16 Cent auf 9,35 Euro pro Stunde. Damit sollen die gestiegenen Lebenshaltungskosten aufgefangen werden.
  • Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es ab Jahresbeginn auch für Auszubildende. Deren Einsatz muss mit mindestens 515 Euro pro Monat entlohnt werden.
  • Der Regelsatz bei Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) für Alleinstehende beträgt ab 2020 monatlich 432 Euro (8 Euro mehr als bisher). Pro Partner in einer Bedarfsgemeinschaft steigt er auf 389 Euro monatlich (plus 7 Euro).
  • Die Renten sollen zum 1. Juli 2020 um 3,15 Prozent (West) beziehungsweise 3,92 Prozent (Ost) steigen.
  • Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung sinkt von 2,5 auf 2,4 Prozent. Diese Senkung gilt allerdings befristet bis zum 31. Dezember 2022.

Bahnfahren ist günstiger geworden

Der Bundestag hat im Herbst 2019 die Senkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets von 19 Prozent auf 7 Prozent zum neuen Jahr beschlossen. Die Bahn hat daraufhin angekündigt, die Kostenersparnis an die Kunden weiterzugeben. Unabhängig davon kostet der Super-Sparpreis seit Jahresbeginn nur noch 17,90 Euro statt 19,90 Euro.

Fliegen soll teurer werden

Bereits vom Bundesrat bestätigt war im Dezember 2019 eine Anhebung der Ticketsteuer bei Flugreisen. Zum April 2020 steigt die Luftverkehrssteuer für Flüge im Inland und innerhalb der EU auf 13,03 Euro pro Ticket (plus 5 Euro), für längere Flüge bis 6.000 Kilometer auf 33,01 Euro (plus 10 Euro) sowie für noch weitere Flüge auf 59,43 Euro (rund 18 Euro mehr als bislang). Es wird erwartet, dass die Fluglinien ihre Preise entsprechend anheben.

Strom wird teurer

Viele Stromanbieter haben Preiserhöhungen angekündigt, die ab 1. Januar gelten sollen. Ein Grund: Die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz steigt um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde. Daneben steigen die Gebühren für die Stromnetze, je nach Region fallen die Preisänderungen unterschiedlich aus.

Höhere Krankenkassenbeiträge für Gutverdiener

Die Beitragsbemessungsgrenze bei den Sozialversicherungen wird angehoben. Bisher waren Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung nur bis zu einem Einkommen von 54.450 Euro pro Jahr fällig – alles darüber war sozialabgabenfrei. Ab 2020 liegt die Grenze bei 56.250 Euro, entsprechend mehr Beiträge müssen Gutverdiener zahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung steigt auf 82.800 Euro pro Jahr (BBG RV West) beziehungsweise 77.400 Euro pro Jahr (BBG RV Ost).

Mehr Wohngeld für Geringverdiener

Wer sich bei geringem Einkommen keine Wohnung leisten kann, kann staatliche Unterstützung in Form von Wohngeld erhalten. Der Zuschuss steigt 2020 von 145 Euro auf 190 Euro monatlich.

Mehr Geld für Pendler

Wer lange Anfahrtswege zur Arbeit auf sich nimmt, kann dies ab 2020 steuerlich noch stärker geltend machen: Die Pendlerpauschale steigt ab dem 21. Kilometer von 30 auf 35 Cent. Allerdings könnte dieser Vorteil durch steigende Benzinpreise im Zuge des geplanten CO2-Preises wieder ausgeglichen werden.

Autor: Barclaycard
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