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Wechselkurs: Acht Fakten rund um die Währungen dieser Welt

Wechselkurs
Bildquelle: iStock / photographereddie

Wollten Sie schon immer wissen, in welchem Land es zwei nebeneinander existierende Währungen gibt, wer den Wechselkurs bestimmt und wo die älteste bestehende Währung der Welt noch im Umlauf ist? Hier erfahren Sie es.

Der Wechselkurs (auch Devisenkurs) gibt den Wert einer Währung im Verhältnis zu einer anderen an. Er bestimmt also zum Beispiel, wie viele Norwegische Kronen Sie erhalten, wenn Sie 100 Euro umtauschen. Der Wechselkurs hat Auswirkungen auf verschiedene Bereiche, zum Beispiel auf die Kaufkraft – also den Wert des Geldes – im Ausland und damit auch auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes.

Der Wechselkurs: So funktioniert er

Spürbar wird das im Urlaub außerhalb der Eurozone: Wer beispielsweise 2015 in Großbritannien Geld gewechselt hat, musste für 1 Britisches Pfund zeitweise über 1,40 Euro auf den Tisch legen. Seitdem ist der Wechselkurs für das Britische Pfund stark gefallen: Heute zahlt man für 1 Pfund oft weniger als 1,12 Euro (Stand Januar 2019). Touristen aus der Eurozone bekommen in Großbritannien also aktuell mehr für ihr Geld als früher.

Der Wechselkurs ist ein entscheidender Faktor beim Import und Export von Waren und Dienstleistungen und hat Einfluss auf die Preise. Sie möchten mehr darüber wissen? Hier kommen acht Fakten zum Wechselkurs aus aller Welt.

1. Nominaler und realer Wechselkurs

Wechselkurs ist nicht gleich Wechselkurs: Der nominale Wechselkurs bestimmt, zu welchem Preis die Währung eines Landes in eine andere Währung umgetauscht werden kann. Etwa von Euro in Schweizer Franken (1 Euro entspricht circa 1,13 Schweizer Franken, Stand Januar 2019).

Der reale Wechselkurs ist deutlich aussagekräftiger, denn er berücksichtigt auch die Kaufkraft eines Staates. Denn entscheidender als die Menge an ausländischer Währung, die Sie beim Geldwechseln erhalten, ist, was Sie dafür kaufen können. Um das zu ermitteln, wird auch das Preisniveau der jeweiligen Länder eingerechnet.

Ein Beispiel: Ein Roggenmischbrot kostet in der Schweiz 4,00 Franken. Ein Schweizer Arbeitnehmer mit einem Monatsgehalt von 4.000 Schweizer Franken kann also theoretisch monatlich 1.000 Brote kaufen. Auf der anderen Seite der Grenze in Deutschland kostet ein solches Brot nur 2,50 Euro. Hier bekäme der Schweizer Arbeitnehmer für seinen Verdienst (4.000 Franken = 3.551,22 Euro, Stand Januar 2019) deshalb sogar 1.420 Brote. Der reale Wechselkurs für Schweizer Franken in Euro ist also besser als der nominale. Er ist allerdings nur bei volkswirtschaftlichen Berechnungen von Bedeutung.

2. So entsteht der Wechselkurs

Wechselkurse unterliegen regelmäßigen Schwankungen. Ursachen können unter anderem Angebot und Nachfrage auf den Devisenmärkten, Maßnahmen der Zentralbanken oder auch politische Ereignisse sein, wie zum Beispiel die Ankündigung des Brexits.

Der Kurs einer Währung kann aber auch von der Nachfrage nach Gütern aus ihrem Gültigkeitsbereich abhängen. Je begehrter Waren aus einem Land oder einem Währungsraum wie der Eurozone im Ausland sind, desto stärker kann der Wert der jeweiligen Währung steigen. Tritt der umgekehrte Fall ein, kann er aber auch sinken.

Einige Währungen unterliegen jedoch keinen Marktschwankungen, wie etwa der CFA-Franc. Diese Währung ist seit 1945 in 14 Ländern Zentral- und Westafrikas im Umlauf. Ihr Wechselkurs ist staatlich festgelegt. Laut festem Austauschverhältnis haben 655,96 CFA-Francs den Wert von einem Euro.

3. Umtauschgebühr und Wechselkurs: Das ist der Unterschied

Wer etwa für einen Urlaub die Eurozone verlässt, steht oft vor der Frage, wo er sein Geld umtauschen soll. Während es am Wechselkurs kein Vorbeikommen gibt, kann die Umtauschgebühr ausschlaggebend sein. Diese wird auch Kommission genannt und fällt nicht jedes Mal an – denn Geldinstitute und Wechselstuben können selbst festlegen, ob sie die Gebühr erheben oder nicht. Reisende sollten sich daher vorab informieren.

Beim Einsatz einer Kreditkarte außerhalb der Eurozone entstehen hingegen keine zusätzlichen Umtauschgebühren. Bei einigen Kreditkarten fallen zwar sogenannte Auslandseinsatzgebühren an – diese sind in der Regel jedoch niedriger als die Gebühren für den Geldwechsel.

4. Währungen in der Gaming-Welt

Wechselkurse spielen nicht nur in der Realität eine wichtige Rolle, sondern auch in der virtuellen Welt der Computerspiele. So können Gamer beispielsweise in dem Online-Rollenspiel „World of Warcraft“ die sogenannten WoW-Marken für Echtgeld erwerben und so ihr Abo verlängern. Alternativ lassen sich solche Marken aber auch mit erspieltem (virtuellem) Guthaben kaufen, im Fall von WoW heißt dies „Gold”. Die Marken lassen sich zum aktuellen Marktwert auch wiederverkaufen – allerdings nur für WoW-Gold, nicht für Echtgeld.

Der WoW-Wechselkurs erwies sich dabei in den letzten Monaten als stabil: Im November 2018 lag der Preis einer WoW-Marke bei 180.000 Gold. Gamer, die mit Echtgeld bezahlen, müssen aktuell 20 Euro für eine WoW-Marke hinlegen

5. In diesen Ländern werden Sie schlagartig zum Millionär

Einmal Millionär sein? Eine Reise ins Ausland, beispielsweise nach Asien, macht das (fast) möglich – Wechselkurs sei Dank. Heben Sie am Geldautomaten in Indonesien etwa 63 Euro in der Landeswährung ab, bekommen Sie rund 1.013.964 Rupiah heraus. Ähnliches funktioniert auch in Vietnam. Für 40 Euro erhalten Reisende hier rund 1.060.168 Dong. Und auch im Iran dürfen sich Europäer kurzzeitig wie Millionäre fühlen. Schon 25 Euro lassen sich dort in rund 1.202.229 iranische Rial wechseln. (Stand jeweils Ende Januar 2019)

6. Kuba: Ein Land, zwei Währungen

Kann für Verwirrung sorgen: In Kuba gibt es nicht nur eine Währung, sondern gleich zwei – den Peso cubano (CUP) und den Peso convertible (CUC). Beide haben verschiedene Wechselkurse. Mit dem CUP wird das Gehalt der Einheimischen bezahlt, der CUC dient vorrangig als Bezahlmittel für beispielsweise Importprodukte oder in privaten Restaurants.

Gelegentlich wird der CUC als Touristenwährung bezeichnet, denn tatsächlich kommen Urlauber eher damit in Kontakt als mit dem CUP. Dennoch ist der CUC für viele Kubaner im Alltag ebenfalls ein gängiges Zahlungsmittel.

7. Die älteste Währung der Welt

In England, auf der Isle of Man und den Kanalinseln wird das britische Pfund (offiziell Pfund Sterling) bereits seit rund 1.200 Jahren als Bezahlmittel eingesetzt – in Münzform, wohlgemerkt. Damit gilt es als die älteste noch gehandelte Währung der Welt.

Die Pfund-Banknoten sind dabei jüngeren Datums. Es gibt sie seit rund 300 Jahren. 1694 wurde die Bank of England gegründet, die zunächst handgeschriebene und später gedruckte Banknoten in Umlauf brachte.

8. Paris führt eigene Währung ein

In Frankreich können Einheimische und Touristen mit dem Euro bezahlen. Doch inzwischen entstehen dort auch zahlreiche Lokalwährungen. Momentan gibt es rund 60 davon. In Paris kam im Frühjahr 2018 noch die sogenannte „Pêche“-Währung (Pfirsich) hinzu. Sie umfasst Noten von ein, zwei, fünf bis 200 Pêches. Seitdem akzeptieren zahlreiche Geschäfte und Restaurants in der französischen Hauptstadt die Pêches als Zahlungsmittel.

Ziel des Regiogeldes ist eine Förderung der lokalen Wirtschaft, da dieses nur dort eingesetzt werden kann und somit in der Region verbleibt. Derzeit beträgt der Wechselkurs der Pêche zum Euro eins zu eins, jedoch kann die Pariser Währung nur in speziellen Wechselstuben oder direkt beim herausgebenden Verein „Une monnaie pour Paris“ getauscht werden.

Autor: Barclaycard
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