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Die skurrilsten Steuern der Welt

Frau am Tisch
Bildquelle: iStock/OcusFocus

Steuern fallen in zahlreichen Lebensbereichen an, zum Beispiel beim Einkaufen oder Tanken. Doch dabei wollten es einige Länder und Städte offenbar nicht belassen und wurden kreativ, was Abgaben an den Staatshaushalt betrifft. Ob Hexen, Bagels oder Luft, hier kommen zehn skurrile Steuern aus aller Welt.

Rumänien – Hexensteuer: In Rumänien müssen auch magische Geschöpfe ihren Anteil an der Steuerlast tragen. Nachdem sich Gabriela Ciucur 2006 die offizielle Berufsbezeichnung „Hexe“ erkämpft hatte, um Steuern abschreiben zu können und Sozialleistungen zu erhalten, erklärte das Parlament Magie 2011 zu einem legalen Beruf. Hexen, Wahrsager und Hellseher zahlen seitdem Einkommensteuer. Bildquelle: iStock/kzenon
New York – Bagelsteuer: Mit Sesam, Mohn oder ohne alles: Der Bagel stammt ursprünglich wohl aus Osteuropa, ist aus New Yorks Gastronomie aber kaum noch wegzudenken. Lässt man sich dort aber das Backwerk aufschneiden und belegen, muss man einen Aufpreis von 8,875 Prozent in Kauf nehmen – das ist nämlich die Mehrwertsteuer für zubereitetes Essen. Wer den Bagel im Ganzen kauft und dann zu Hause isst, spart sich die Mehrkosten. Bildquelle: iStock/Fudio
Arkansas – Tattoo- und Piercingsteuer: Im US-Staat Arkansas ist ebenfalls eine ungewöhnliche Steuer beheimatet: Kunden, die sich in einem Piercing- oder Tattoostudio ein Andenken verpassen lassen, gehen in der Regel nicht nur mit neuen Körperkunstwerken nach Hause, sondern auch mit einer Rechnung inklusive Steueraufschlag. Sechs Prozent müssen Freunde der dauerhaften Tintenbilder und des Schmucks jeweils einkalkulieren – so will es das Programm „Keep Your Body Natural“, das die Tintensucht eindämmen will. Bildquelle: iStock/draganab
Dänemark – Fettsteuer: Vom 1. Oktober 2011 bis zum 31. Dezember 2012 gab es in Dänemark die sogenannte Fettsteuer. Sie galt für alle Lebensmittel mit einem Anteil von über 2,3 Prozent an gesättigten Fettsäuren – etwa Milch, Butter oder Pizza. Pro Kilo gesättigter Fettsäuren wurden 16 Kronen (etwa 2,15 Euro) fällig. Das Ziel: Die Bevölkerung sollte so weniger der als ungesund geltenden Fette konsumieren. Aufgrund der durch die Fettsteuer ausgelösten Erhöhung der Verbraucherpreise und des Anwachsens des Einkaufstourismus nach Deutschland wurde die Fettsteuer nach etwas über einem Jahr wieder abgeschafft. Bildquelle: iStock/TinaFields
Großbritannien – Limosteuer: Seit dem 6. April 2018 gilt in Großbritannien eine Unternehmenssteuer auf Limonaden. Hersteller, deren Produkte mehr als fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter enthalten, müssen für diese eine Abgabe von 18 Pence (etwa 20 Cent) leisten. Bei mehr als acht Gramm sind 24 Pence (etwa 27 Cent) fällig. Erhoben wird die Steuer nur auf Getränke, denen Zucker zugesetzt wird. Bildquelle: iStock/beats3
Österreich – Luftsteuer: Mit Sauerstoff hat die aus Wien, Salzburg, einigen Gemeinden Tirols und der Steiermark bekannte Luftsteuer (alternativ: Gebrauchsabgabe) nichts zu tun. Sie betrifft Automaten etwa für Süßigkeiten oder Lebensmittel, die über den Gehsteig ragen und so öffentlichen Raum einnehmen. Auch Werbetafeln oder Markisen können steuerpflichtig sein, wenn sie zu viel Platz wegnehmen. Bildquelle: iStock/Agenturfotograf
Russland – Bartsteuer: 1698 wollte Peter der Große seinem Land mit einer Bartsteuer einen modernen, westlichen Anstrich verleihen. Die Steuer war nach Ständen gestaffelt: Je höher der Rang des Bartträgers, desto höher fiel auch seine Abgabe aus. Wollten Kaufleute der ersten Gilde ihren Bart behalten, mussten sie pro Jahr 100 Rubel zahlen, Beamte dagegen nur 60 Rubel. Bildquelle: iStock/xavierarnau
Württemberg – Spatzensteuer: Haussperlinge (im Volksmund Spatzen) bedienten sich schon im 18. Jahrhundert oft am Saatgut. Um dieses Problem zu lösen, wurde die Spatzensteuer erhoben. Diese sollte die wachsende Anzahl der Tiere eindämmen. Herzog Karl Eugen von Württemberg verlangte ab Juni 1789 von jeder Person, jährlich zwölf lebende Spatzen einzufangen. Wer dem nicht nachkam, musste Geld an ihn zahlen. Bildquelle: iStock/NNehring
USA – Sportlersteuer: 1991 waren die Chicago Bulls bei den Los Angeles Lakers zum NBA-Finale zu Gast. Kalifornien verlangte dabei erstmals die sogenannte Jock Tax (Sportlersteuer) von den Basketballprofis aus Chicago – schließlich waren die während des Wettkampfs erzielten Einkünfte auf dem Grund und Boden Kaliforniens verdient worden. Inzwischen erheben auch andere US-Staaten die Steuer, wenn Sportler von außerhalb dort spielen. Bildquelle: iStock/FS-Stock
Frankreich – Tür- und Fenstersteuer: Ein Raum ohne Fenster – für die meisten wohl kaum vorstellbar. Doch in Frankreich wurde lange an den Öffnungen gespart. Der Grund: 1798 wurde eine Tür- und Fenstersteuer beschlossen. Indirekt sollte so der Wert eines vermietbaren Hauses besteuert werden. Der Hauseigentümer trieb das Geld oftmals von den Mietern anteilig ein und zahlte die Summe dann komplett. Die Steuer gab es noch bis 1926. Bildquelle: iStock/Tashka
Autor: Barclaycard
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