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Hype um Bitcoin: Was Kryptowährungen können – und was nicht

Hype um Bitcoin
Bildquelle: iStock/TinaFields

Sie heißen Bitcoin, Ethereum oder Dogecoin: Digitale Zahlungsmittel sind derzeit in aller Munde. Doch was steckt hinter den Internetwährungen? Wie gelangt man an das „alternative Geld“? Und wie sicher ist das Bezahlen damit? Hier die Antworten.

Der Bitcoin erlebte in den vergangenen Monaten einen nahezu ungebremsten Boom – der Kurs eilte von Rekord zu Rekord. Grund genug, genauer hinzuschauen, was es mit solchen digitalen Zahlungsmitteln auf sich hat.

Was sind Kryptowährungen? Das Beispiel Bitcoin

Bitcoins zählen zur sogenannten Kryptowährung – dem Oberbegriff für Geld in Form digitaler Zahlungsmittel. Gemessen am Handelsvolumen ist Bitcoin die wichtigste Cyber-Währung. Sie wurde 2009 von einem Programmierer erschaffen, der sich selbst Satoshi Nakamoto nennt, seine wahre Identität ist bis heute ungeklärt. Im Gegensatz zum klassischen Banksystem sind Kryptowährungen dezentral aufgebaut und beruhen auf Netzwerken.

Anders als Münz- oder Papiergeld wird das virtuelle Geld über einen Computer-Rechenprozess hergestellt, wobei jeder Coin nur elektronisch in Form einer digitalen Zeichenkette existiert. Beim sogenannten „Mining“ (Schürfen) kommt die Blockchain-Technologie zum Einsatz, eine verschlüsselte Datenbank, in der alle Transaktionen verzeichnet und von einer Vielzahl von Rechnern verwaltet werden.

Für Einzelpersonen lohnt sich das Bitcoin-Schürfen nicht, da ein gewöhnlicher Rechner mehrere Monate für das Berechnen weniger Bitcoins benötigen würde.

Bitcoins vs. Bargeld: Wo liegt der Unterschied?

Anders als Bargeld unterliegt die virtuelle Währung keiner Kontrolle durch Staaten oder Notenbanken – auch der Wechselkurs ist unabhängig. Ein weiterer Faktor: Die Geldmenge ist mathematisch begrenzt, mehr als 21 Millionen Bitcoins können gar nicht entwickelt werden.

Wird online eine Bitcoin-Überweisung getätigt, erfolgt sie Peer-to-Peer. Das bedeutet, dass kein Mittelsmann oder Rechner dazwischengeschaltet wird. Außerdem bleiben Sender und Empfänger anonym.

Sind Bitcoins fälschungssicher?

Anonymität gepaart mit virtuellem Geld – kann das gut gehen? Auch wenn die Nutzer inkognito bleiben, vermerkt die Blockchain-Technologie als eine Art kollektive Buchführung jede Transaktion. Das verhindert, dass eine Münze zweimal ausgegeben wird. Die Cyber-Währung liegt, anders als Bargeld, nicht an einem bestimmten Ort, sondern im Netzwerk. Hacker sind zwar in der Lage, einzelne Konten zu knacken, aber nicht das ganze Bitcoin-System.

Gefahren der Digital-Währung

Eine Schwachstelle gibt es aber doch: Wer seine Bitcoins zu (realem) Geld machen möchte, kann dies in speziellen Tauschbörsen tun. Und diese sind angreifbar. 2011 wurde die Bitcoin-Tauschbörse Mt. Gox erstmals Ziel eines Hackerangriffs. Die Täter brachen in die Nutzerdatenbank ein und entwendeten 25.000 Bitcoins.

Auch wichtig: Da keine Institutionen hinter dem digitalen Geld stehen, gibt es kein Organ, das die Wertstabilität garantiert.

Wo gibt es Bitcoins?

Wer die digitale Währung selber einmal nutzen möchte, um Ware gegen Kryptowährung einzutauschen, kann sich auf einem der Marktplätze wie bitcoin.de mit dem Cyber-Geld eindecken. Dort werden Bitcoins zu einem bestimmten Preis angeboten, eine Transaktionsgebühr geht an den Marktplatz. Einige Anbieter ermöglichen den Kauf per Kreditkarte.

Nach erfolgreicher Transaktion landen die gekauften Bitcoins dann in einer der kostenlosen Wallet-Apps auf dem Smartphone. Die fungiert als Geldbeutel für die digitalen Münzen. Alternativ können Interessierte das virtuelle Zahlungsmittel auch bei lokalen Bitcoin-Treffen in der Offline-Welt erwerben. In einigen Städten, beispielsweise Berlin, gibt es inzwischen sogar Bitcoin-Geldautomaten.

Wo können Sie mit Bitcoins bezahlen?

Neben dem E-Commerce hinterlassen Bitcoins auch außerhalb des Internets immer größere Spuren. Besonders in Berlin häufen sich lokale Läden, die das Netzgeld akzeptieren. So war das Room 77 in Berlin-Kreuzberg eines der ersten Lokale weltweit, das Bitcoins als Bezahlung annahm. Inzwischen ist daraus ein ganzes Projekt entstanden: der „Bitcoin-Kiez“.

Wer nicht in Euro, sondern mit Bitcoins bezahlen möchte, nutzt hierfür seine Wallet-App. Der Kunde gibt den Betrag ein und scannt anschließend den QR-Code des Verkäufers. Senden klicken – fertig. Zur Bestätigung erklingt auf dem Gerät des Verkäufers ein Jingle.

Ethereum: Der kleine Bruder der Bitcoins

2015 gestartet, gilt Ethereum als zweitgrößte Kryptowährung und ist gleichzeitig eine Plattform für dezentrale Anwendungen (Dapps), die aus Smart Contracts (Computerprotokolle, die Verträge abbilden) bestehen. Diese können unter anderem für Crowdfunding oder virtuelle Organisationen verwendet werden. Die interne Ethereum-Blockchain setzt dabei auf die Währungseinheit Ether.

Daneben gibt es auch technische Unterschiede zwischen den digitalen Zahlungsmitteln: Eine Transaktion von A nach B bei Bitcoin dauert mehrere Minuten. Auf der Ethereum-Blockchain wird die Überweisung in rund zwölf Sekunden abgewickelt.

Dogecoin: Spaß muss sein

Eigentlich war Dogecoin als Parodie auf den erfolgreichen Bitcoin gedacht. 2013 veröffentlicht, legte die Währung aber einen überraschend rasanten Start hin und etablierte sich als eine der zehn größten Kryptowährungen.

Im Unterschied zu Bitcoins oder Ether werden Dogecoins bei Reddit oder Twitter oft als virtuelles Trinkgeld genutzt, um Wertschätzung für gelungene Beiträge auszudrücken. Gerade durch diese mediale Präsenz erlangten die Coins große Bekanntheit. Einige Online-Shops akzeptieren die Dogecoins bereits, mit ihnen können aber auch Bitcoins erworben werden.

Fun Fact: Benannt sind die Münzen nach dem Internet-Phänomen „Doge“. Das Meme, das einen Shiba-Hund mit beeindrucktem Gesicht zeigt, entwickelte sich 2013 zum Online-Kult.

Autor: Barclaycard
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