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Kann ein Smartphone eine Kreditkarte unbrauchbar machen?

Frau am Laptop und Smartphone
Bildquelle: iStock/Kerkez

Hat die Funktechnologie eines Smartphones Einfluss auf Kreditkarten, die sich in unmittelbarer Nähe befinden? Und wie sieht es mit den magnetischen Verschlüssen von Handyhüllen und -etuis aus – können sie den Magnetstreifen der Karte beschädigen?

Smartphone und Kreditkarte liegen wahrscheinlich in vielen Hand- und Hosentaschen dicht beieinander. Manch einer bewahrt die Kreditkarte vielleicht sogar direkt in der Handyhülle auf. Kann diese Nähe zum Smartphone einer Kreditkarte schaden?

Magneten und Kreditkarten: Eine Problem-Kombination?

Der Magnetstreifen auf der Kreditkarte kann von anderen Magneten beschädigt werden. Deshalb darf man die Kreditkarte zum Beispiel beim Bezahlen im Kaufhaus nicht in dem Bereich der Kassentheke ablegen, wo die Diebstahlsicherung von Kleidung entfernt wird. Diese Sicherung ist häufig mit starken Magneten befestigt – und die können der Kreditkarte schaden.

Und wie sieht es mit den Magneten in Handyhüllen aus? Egal, ob sie als Verschluss oder als Gegenstück für eine Halterung (zum Beispiel im Auto) dienen: Diese einfachen Magneten können einer Kreditkarte nicht gefährlich werden. Das bestätigt Cornelia Schulz, Pressesprecherin für die Deutsche Kreditwirtschaft, im Gespräch mit dem Branchenportal TechBook. Hintergrund: „Die Kreditkarten und Girocards der Deutschen Kreditwirtschaft werden bereits seit circa zehn Jahren sehr viel stärker magnetisiert als früher“, so Schulz. Dabei komme das sogenannte High-Coercivity-Verfahren zum Einsatz. Damit seien Kreditkarten gegen leichte Magneten wie die in Handyhüllen gesichert.

Der Magnetstreifen auf Kreditkarten verliert an Bedeutung

Selbst wenn der Magnetstreifen einer Kreditkarte versehentlich gelöscht werden sollte: Die Karte würde laut Cornelia Schulz weiterhin funktionieren – zumindest innerhalb Europas. Denn die Daten, auf die zum Beispiel Geldautomaten zugreifen, wenn die Kreditkarte eingeführt wird, werden heutzutage nicht mehr auf dem Magnetstreifen gespeichert. Dafür werde der Chip in der Karte verwendet, so Schulz.

Dieser Chip ist fälschungssicher und bietet deutlich mehr Speicherplatz als der recht einfach gehaltene Magnetstreifen. Dazu erklärt Joachim Fontaine, Direktor im Bereich Retail Banking und Banktechnologie des Bundesverbands deutscher Banken, gegenüber „Der Westen“: „[Auf den Magnetstreifen] passen nur einige wenige Informationen, die Menge entspricht bis zu 100 Byte, also etwa 100 Zeichen. Der moderne Chip ist wie ein kleiner Computer, mit Betriebssystem und mit Programmen. Da passen Megabytes drauf.“

Kann das Smartphone selbst eine Kreditkarte beschädigen?

In einem Smartphone ist jede Menge moderne Technik verbaut. Außerdem arbeitet es mit verschiedenen Funktechnologien – 3G, LTE, bald auch 5G. Doch auch darum müssen sich Handybesitzer keine Sorgen machen, beruhigt Cornelia Schulz von der Deutschen Kreditwirtschaft: „Weder bestehende noch zukünftige Funkverbindungen wie 5G machen der Karte oder dem Chip in irgendeiner Weise zu schaffen.“

Äußere Einflüsse, die der Kreditkarte tatsächlich schaden

Einfache Magneten und Funksignale mögen der Kreditkarte nicht schaden – andere äußere Einflüsse hingegen schon. Die Karte und insbesondere der Chip sollten nicht zu stark verbogen oder geknickt werden, so Schulz. Außerdem könnten spitze oder scharfe Gegenstände den Chip zerkratzen – etwa Schlüssel, Münzgeld oder metallene Einkaufswagen-Chips. Dasselbe gilt für den Magnetstreifen.

Der Magnetstreifen kann auch anderweitig in Mitleidenschaft gezogen werden. Zum Beispiel wenn eine Kreditkarte wie oben beschrieben versehentlich in dem Kassenbereich abgelegt wird, wo magnetische Diebstahlsicherungen entfernt werden. Auch medizinische Untersuchungen wie eine MRT oder das Röntgen können Kreditkarten unbrauchbar machen – beispielsweise wenn ein Patient nicht alle Kleidungsstücke ablegen muss und das Portemonnaie mit der Kreditkarte in der Hosentasche behält, während die Untersuchung abläuft. Unter Umständen können auch elektronische Geräte wie Fernseher und Lautsprecher den Magnetstreifen von Kreditkarten beeinflussen. Die Karte sollte deshalb vorsichtshalber nicht auf einem dieser Geräte abgelegt werden.

Autor: Barclaycard
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