Shopping & Bezahlen

Sicher ist sicher: Was Sie gegen Kreditkartenbetrug tun können

Sorgenvolle Blicke auf die Kreditkartenabrechnung
Bildquelle: iStock/AntonioGuillem

Grundsätzlich gilt die Kreditkarte als sicheres Zahlungsmittel. Dennoch haben Täter mittlerweile verschiedene Methoden entwickelt, um sich finanzielle Vorteile zu verschaffen. Umso wichtiger ist es, sich vor Daten- und Kartendiebstahl zu schützen. Wie das mit einfachen Mitteln geht, erfahren Sie hier.

Grundsätzlich tun Kreditunternehmen und Banken durch hohe Sicherheitsstandards viel, um ihre Kunden vor Zugriffen Unbefugter zu schützen. Dennoch ist Kreditkartenbetrug ein Thema, das jeder Inhaber einer Kreditkarte ernst nehmen sollte. Um sich zu schützen, sollten Sie zunächst wissen, wie Täter vorgehen.

Formen von Kreditkartenbetrug

Kreditkartendiebstahl: Betrüger bedienen sich unterschiedlicher Methoden, um mittels Kreditkarte an das Geld anderer zu kommen. Eine Form des Betrugs ist der Kartendiebstahl. Dabei kann die Kreditkarte anschließend umgehend betrügerisch eingesetzt werden. Die Kreditkarte sollte daher, wie andere Wertsachen auch, möglichst nah am Körper oder zumindest in verschlossenen Taschen getragen werden. Sofern sie eine längere Zeit nicht benötigt wird, sollte sie zu Hause an einem sicheren Ort aufbewahrt werden.

Skimming: Eine andere Betrugsform ist das sogenannte Skimming, also der Datenklau am Geldautomaten. Manipulierte Lesegeräte, die am Geldautomaten angebracht werden, ermöglichen den Tätern hierbei, an die Kreditkartendaten zu kommen. Überprüfen Sie vor dem Geldabheben daher, ob Tastatur und Kartenschacht manipuliert sein könnten. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie Ihre PIN beim Eingeben gut verdecken – beispielsweise mit der Hand.

Phishing und Co.: Auch der elektronische Datenklau ist eine Form des Kreditkartenbetrugs. Betrüger protokollieren dabei online eingegebene Daten, die zum Beispiel beim Online-Shopping an den jeweiligen Händler übermittelt werden. Oft erfolgt dies über E-Mails mit Anhängen, die eine Schadsoftware enthalten. Diese installiert sich beim Öffnen selbst auf dem Computer des Nutzers und schreibt künftige Eingaben mit. Verdächtige E-Mail-Anhänge sollten daher nicht geöffnet werden. Zudem empfiehlt sich die Installation einer entsprechenden Firewall zum Schutz vor Schadsoftware.

Eine andere Variante des elektronischen Datenklaus ist das sogenannte Phishing. Dabei werden Nutzer auf gefälschte Internetseiten weitergeleitet, damit sie dort ihre Zahlungsdaten eingeben. Diese können von den Betrügern dann abgegriffen werden. Gefälschte Seiten können meist durch eine Kontrolle der Adresse im Webbrowser erkannt werden. Fehlt hier ein „https://” vor der Webadresse, sollte Vorsicht geboten sein.

Kreditkartenbetrug vorbeugen

Kreditkarteninhaber können einem Betrug vorbeugen oder sich schützen, wenn sie ein paar Dinge im Umgang mit dem Bezahlmittel beachten:

  • Unterschreiben Sie Ihre Kreditkarte in dem dafür vorgesehenen Feld, am besten mit einem wasserfesten Stift.
  • Verschicken Sie Ihre Kartendaten niemals per E-Mail, SMS oder über Messengerdienste.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Abbuchungen. Richten Sie sich optional Benachrichtigungen ein, die Sie über die Einsätze Ihrer Karte informieren.
  • Vernichten Sie schriftliche Abrechnungen und Belege, wenn Sie diese nicht mehr brauchen, denn auf diesen ist meist auch die Kreditkartennummer vermerkt.
  • Bewahren Sie die Karte an einem sicheren Ort zu Hause auf, insbesondere wenn Sie sie längere Zeit nicht benötigen.
  • Bewahren Sie die PIN-Nummer nicht zusammen mit der Karte auf. Idealerweise merken Sie sich diese und notieren sie nicht.
  • Verraten Sie Ihre PIN niemandem, auch nicht Ihrer Bank oder Ihrem Kartenanbieter. Mitarbeiter dürfen Sie nicht nach Ihrer Geheimzahl fragen.
  • Vermeiden Sie Transaktionen bei Internethändlern ohne gesichertes Bezahlsystem. Dieses erkennen Sie in der Regel am „https://“ in der Adressleiste.
  • Heben Sie alte Kreditkarten nicht auf, sondern vernichten Sie diese, beispielsweise durch Zerschneiden.
  • Prüfen Sie Geldautomaten vor dem Geldabheben auf Auffälligkeiten, wie etwa Klebespuren, die auf ein manipuliertes Lesegerät (Skimmer) hinweisen könnten.
  • Decken Sie bei der PIN-Eingabe die Tastatur ab, damit sie nicht ausgespäht bzw. gefilmt werden kann.
  • Behalten Sie Ihre Kreditkarte und Ihre Umgebung beim Bezahlen immer im Auge, um den Bezahlvorgang zu kontrollieren.
  • Schützen Sie Ihren PC mit aktueller Sicherheitssoftware und Betriebssystemen vor Viren und Spams und verwenden Sie sichere Passwörter. Diese sollten aus einer möglichst langen und abwechslungsreichen Buchstaben-Zahlen-Kombination bestehen.

Was tun im Betrugsfall?

Sowohl bei Kartendiebstahl als auch bei Kreditkartenmissbrauch ist schnelles Handeln gefragt. Viele Kreditinstitute und Banken melden sich bei ihren Kunden, wenn ihr Sicherheitssystem Auffälligkeiten feststellt. Bemerken Karteninhaber selbst den Verlust ihrer Kreditkarte oder befürchten Datenmissbrauch, kann ihnen diese Liste gegebenenfalls helfen:

  • Lassen Sie Ihre Kreditkarte bei einem Verdacht oder im Ernstfall umgehend sperren.
  • Prüfen Sie Ihre letzten Kartenumsätze. Stellen Sie unautorisierte Transaktionen fest, reklamieren Sie diese umgehend bei Ihrem Kreditkartenanbieter oder Ihrer Bank. Für Einwendungen oder Reklamationen gewähren diese in der Regel eine Frist von sechs bis acht Wochen nach der Buchung. Hierfür können Sie ein entsprechendes Formular nutzen, das die meisten Banken ihren Kunden zur Verfügung stellen.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, denn diesen Nachweis möchte die Bank bei einer Reklamation mitunter sehen.
  • Dokumentieren Sie bestmöglich, wann Daten oder Karte gestohlen wurden und wann die Sperrung der Karte erfolgte.

Kreditkartenbetrug – wer haftet?

Im Fall der Fälle stellt sich für viele Kreditkarteninhaber die Frage, wer im Schadensfall haftet. Genaue Informationen dazu sollten in den AGB des jeweiligen Anbieters (wie etwa im Barclaycard Download-Center) zu finden sein.

Autor: Barclaycard
Mehr entdecken