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Leitzins, EZB & Co.: Wie funktioniert das mit den Zinsen?

Eurozeichen Frankfurt
Bildquelle: iStock/bluejayphoto

Dreh- und Angelpunkt in der Zinspolitik ist der sogenannte Leitzins. Dieser wird jeweils von den Zentralbanken festgelegt, zum Beispiel von der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Länder des Euro-Raums oder dem Federal Reserve System (Fed) für die USA. Doch was bedeutet das für den Verbraucher und seinen nächsten Kreditantrag oder für Geldanlagen?

Ob Auto- oder Hauskauf, der Sprung in die Selbstständigkeit oder kostspielige Renovierungsarbeiten – wer einen Kredit aufnehmen will, kommt um das Thema Zinsen nicht herum. Denn nahezu jedes Kreditinstitut lässt sich dafür bezahlen, dass es Geldbeträge verleiht. Wie hoch der jeweilige Zinssatz ist, liegt nicht allein im Ermessen der kreditgebenden Bank, sondern hat mit dem sogenannten Leitzins zu tun. Dieser beeinflusst im Umkehrschluss auch die Höhe des Zinssatzes für Geld, das Sie anlegen möchten.

Was hat es mit dem Leitzins auf sich?

Den Leitzins bestimmen die Zentralbanken für den jeweiligen Staat oder Währungsraum. Zu den weltweit wichtigsten zentralen Notenbanken gehören beispielsweise die EZB für die Eurozone und die US-Notenbank Fed. Der Leitzins wird in regelmäßigen Abständen angepasst. Er bestimmt, wie teuer es für Geschäftsbanken ist, sich Geld von der Zentralbank zu leihen. Banken im Euroraum orientieren sich am Leitzins der EZB, in den USA wiederum ist die Fed das zentrale Organ der Zinspolitik. Das bedeutet: Ist der Leitzinssatz niedrig, können sich Banken günstig Geld leihen. Ist der Leitzins hoch, steigt auch der Zinssatz für die Geschäftsbanken. Seit März 2016 liegt der Leitzinssatz der EZB auf dem historischen Tiefstand von 0,0 Prozent.

Faktoren, die den Leitzins beeinflussen

Ob der Leitzins gesenkt beziehungsweise erhöht wird oder gleich bleibt, ist die Entscheidung der jeweiligen Zentralbank. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Dazu gehören unter anderem:

  • die aktuelle Inflationsrate: Steigt diese sprunghaft an, steigt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Leitzins.
  • die Leitzinsentwicklungen in anderen wichtigen Industrieländern (um die Abwanderungen von Investoren zu verhindern)
  • Staatsschulden bestimmter Länder: Um Zinskosten für Schulden so gering wie möglich zu halten, senken Zentralbanken beispielsweise in einigen Fällen den Leitzins.

Auswirkungen des Zinsentscheids auf Kreditzinsen und Geldanlagen

Auch auf Verbraucher und Unternehmen, die beispielsweise einen Kredit aufnehmen möchten, wirken sich die Zinsentscheidungen der Zentralbanken unter Umständen aus. Denn die Geschäftsbanken geben die Konditionen, zu denen sie sich Geld leihen, meist an ihre Kunden weiter. Ist der Leitzins hoch, sind in der Regel auch die Kreditzinsen hoch. Wird der Leitzins gesenkt, bekommen Verbraucher einen Kredit meist günstiger.

Im umgekehrten Fall gilt das Gleiche: Wer Geld anlegen möchte, bekommt dafür in der Regel Zinsen. Wie hoch diese sind, hängt ebenfalls vom aktuellen Leitzins ab. Ist er hoch, gibt es also oft auch eine höhere Rendite für Anleger.

Kurz gesagt: Bei einem niedrigen Leitzins können Kredite für Bankkunden besonders attraktiv sein. Bei einem hohen Leitzins lohnt sich hingegen eher das Sparen. In der Folge hat der Leitzins damit auch Einfluss auf die Entwicklung der Wirtschaft: Niedrige Kreditzinsen kurbeln meist den Konsum an, dagegen führen hohe Zinsen für Geldanlagen eher zum Sparen.

Autor: Barclaycard
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