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Big-Mac-Index: So funktioniert der Währungsindikator

Freunde im Fastfood Restaurant
Bildquelle: iSock/Halfpoint

Seit 1967 gehört der Big Mac zum Sortiment von McDonald’s. Doch auch in Wirtschaftskreisen hat sich der Burger einen Namen gemacht – der sogenannte Big-Mac-Index wird von Experten regelmäßig zum Vergleich von Währungen herangezogen. Warum das so ist und wie er funktioniert, erfahren Sie hier.

Was steckt hinter dem Big-Mac-Index?

In zahlreichen Ländern gibt es McDonald’s-Filialen und auch wenn sich das regionale Angebot gelegentlich unterscheiden mag: Ein Big Mac findet sich eigentlich auf jeder Speisekarte der Fast-Food-Kette. Diesem weltweiten Bekanntheitsgrad verdankt der Burger eine makroökonomische Funktion – per Big-Mac-Index wird vereinfacht und strukturiert veranschaulicht, wie stark die Kaufkraft einer Währung ist.

Wie funktioniert der Big-Mac-Index?

Ein Sesambrötchen, Zwiebeln, Salzgurken, Käse, Eisbergsalat, Hamburger Pattys und Soße – der Big Mac wird fast auf der ganzen Welt nach dem gleichen Rezept zubereitet. Daher sollte er eigentlich überall gleich viel kosten, oder? Tut er aber nicht. In den meisten Ländern variieren die Big-Mac-Preise – mitunter sogar recht stark.

Diese globalen Unterschiede will der Burger-Index abbilden. Dafür werden die Preise des Big Macs in unterschiedlichen Ländern in der jeweils inländischen Währung erhoben und anschließend in Dollar umgerechnet. So ist ein vereinfachter Vergleich möglich.

Im Januar 2018 betrug der durchschnittliche Preis für einen Big Mac in den USA 5,28 Dollar, in Deutschland rund 4,77 Dollar und in der Schweiz dagegen rund 6,76 Dollar.

Die Liste zeigt somit auf, wie teuer der Dollar (der als Maßstab der Weltwirtschaft gilt) gegenüber der heimischen Währung ausfällt, und spiegelt die unterschiedliche Kaufkraft der Währungen wider.

Der Big Mac eignet sich dabei aus mehreren Gründen als Vergleichsprodukt:

  • Er wird fast weltweit vertrieben.
  • Zutaten und Mengen sind aufgrund strenger Auflagen der Franchiseverträge standardisiert.
  • Er wird nicht von einem Land ins andere verkauft – die Preise können sich also nicht international angleichen.
  • An Produktion und Verkauf sind viele Bereiche der jeweiligen inländischen Wirtschaft beteiligt (unter anderem Landwirtschaft, Transportwirtschaft, Abfallwirtschaft, Handwerk).

Der Burger-Vergleich – auch für Touristen geeignet

Wirtschaftsexperten sind dabei nicht die einzigen, die per Big-Mac-Index Rückschlüsse auf den Wechselkurs eines Landes ziehen können, auch Reisenden kann er Informationen zur Urlaubskasse liefern: Wer im Ausland etwa einen Big Mac kauft, dessen Preis er von zu Hause her kennt, kann so einordnen, ob die eigene Kaufkraft im Urlaubsland schlechter oder besser ausfällt.

Wer hat's erfunden?

Entwickelt wurde die Idee im Jahr 1986 von Pam Woodall, Redakteurin des britischen „The Economist“. Seit 30 Jahren errechnet die Wochenzeitschrift nun alljährlich den Index. Kritiker bemängeln an dem Konzept jedoch, dass es sich nur um einen groben Anhaltspunkt zur Kaufkraft der Währung handelt, da der Index keine lokalen Faktoren wie etwa den Mietspiegel, die Lohnkosten oder die Preispolitik von McDonald’s berücksichtigt.

Autor: Barclaycard
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